KG-Sieglar

Herrensitzung: KG-Karneval reloaded 2018!

KG-Sieglar: Herrensitzung 2018, Foto: Carsten Seim

6. Januar 2018: Herrensitzung der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar: Auftakt des neuen jecken Jahrs dieser Traditionsgesellschaft von 1925 mit einem reichhaltigen Menü aus der Feder des KG-Literaten Matthias Esch, kredenzt durch den Präsidenten dieser Gesellschaft, Marco Esch. Auftakt der Sitzung traditionell mit der Bürgergarde blau-gold. Mariechen Denise Willems und Tanzoffizier Marc Nelles wirbelten zum Auftakt über die Küz-Bühne, so wie sie es auch auf den großen Kölner Podien tun. Auftritte von Kölner Traditionskorps gehören seit jeher zum festen Sieglarer Sitzungsrepertoire, denn das Brauchtum der Domstadt wird hier hochgehalten, die Verbindungen sind eng. Diese Herrensitzung war ansonsten ein Stelldichein karnevalistischer Stars – mit Cantz, Hausmann, Schopps auf der Rednerseite,  mit Kasalla, Paveiern, Micky Brühl und der KG-Hausband, den Räubern, auf der musikalischen Seite. Gottfried Löhrs Rheinveilchen brachten Stunden nach dem Auftakt am Nachmittag noch einmal Euphorie in den Saal.

KG-Sieglar: Herrensitzung 2018, Foto: Carsten Seim

Unter den Anwesenden waren das noch amtierende Dreigestirn der Junggesellen um Roman Brück, das kommende Trifolium der Bombis um Jan Hausmann, Vizebürgermeister Rudi Eich. CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Alexander Biber, Stadtwerke-Chef Peter Blatzheim. Vertreten waren auch weitere Delegationen der Sieglarer Vereine: der Hoofe volle Lööre und die Könige vom Pompe Jupp beispielsweise.

Sieglarer Herrensitzungen fordern auch konditionell den ganzen Mann. Was nicht allein an reich gefüllten Getränke-Tabletts mit isotonischen Getränken und Höherprozentigem lag. Mit der Stimmung stieg auch die Gradzahl auf dem Thermometer, sodass von Rednerseite aus gewitzelt wurde, wann denn der nächste Sauna-Aufguss erfolgen werde.

Guido Cantz gab vor dieser Kulisse den Eisbrecher, auch wenn dies rein von der Temperatur her nicht mehr erforderlich war. Der Mann aus Porz berichtete zur Freude der Zuhörer von seiner Begegnung mit dem Sieglarer Trinkhalleninhaber Teuti auf der Hüttener Sitzung, nahm sich aber auch die Endlos-Sondierungsgespräche der Parteien in Berlin vor. Unter anderem die gescheiterte Jamaika-Koalition. Cantz: "Jamaika? Wennn ich mir die Beteiligten anschaue, Merkel, Göring-Eckardt, Lindner – dann wäre wohl eher Langeoog in Frage gekommen." Lindner als "Florian Silbereisen der FDP" dichtete Dirty Guido gleich noch eine Schwester an: "Patrick Lindner". Das traf den Humor seiner Zuhörer.

In seiner traditionellen "Leider-nicht"-Litanei warf Martin Schopps einen Blick auf das Jahr 2040 und stellte die Frage, ob die Sondierungsgespräche in Berlin bis dahin abgeschlossen sein werden. Und die Erneuerung der Leverkusener Brücke? Immerhin mit dem ersten Pfeiler der neuen Brücke könne man bis dahin eventuell rechnen, meinte er.

KG-Sieglar: Herrensitzung 2018, Foto: Carsten Seim

"Ich han de Musik bestellt" – die Paveier rockten den Saal. Natürlich fehlte "Leev Marie" nicht. Danach kamen Kasalla mit Pyrotechnik, Konfettiregen und viel Drive. Nach der Pause heizten die Räuber den Saal auf. Die von KG-Präsident Marco Esch stets als Hausband adressierte Kapelle brachte das Jecken-Schiff wieder in Fahrt.

"Man kann auch ohne Liga lieben" – mit dieser Sottise über Alemannia Aachen traf Redner Jürgen B. Hausmann das rheinische Mitgefühl der FC-Fans im Saal. Die Liebe zum FC ist ebenfalls eine Leiden-Schaft, auch wenn es hier nicht um die Zugehörigkeit zu einer Liga geht. Mit einem Seitenhieb auf Schwiegermütter ("Jetzt weiß ich, was Mitgift ist") lieferte er auch klassischen Herrensitzungs-Stoff.

Es folgten wie immer mit unglaublicher Artistik die Rheinveilchen. Den Schluss-Akkord dieser Herrensitzung setzten Micky Brühl und Band. Wir sind sicher, dass dieser besondere Herrenabend der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar einmal mehr in intensiver Erinnerung verbleibt. Alaaf und Amen.

Bericht und Fotos: Carsten Seim für die 1. Große Karnevalsgesellschaft Sieglar