KG-Sieglar

Ne Schutzmann Jupp Menth hört auf

In der Küz war er gerngesehener und gefeierter Redner. Nun hat er Medienberichten zufolge seine Karriere beendet: Jupp Menth, Ne Kölsche Schutzmann, hört auf. In Sieglar ist er eigenem Bekunden nach immer wieder sehr gern aufgetreten, weil er hier auf authentischen Karneval traf. Kölsch werde langsam „zur Fremdsprache im Karneval“, so seine Klage.

Für seinen Rücktritt macht Menth auch gesundheitliche Gründe geltend, so der Kölner Stadt-Anzeiger. „Die Gesundheit geht vor. Auf Anraten meines Arztes muss ich meine aktive Karriere mit sofortiger Wirkung beenden“, zitiert ihn das Blatt. Der Schutzmann habe bereits "Bypass-Operationen hinter sich“. Alle Auftritte in dieser Session sind abgesagt.

Als Papst der kölschen Sproch bezeichnete der Kölner EXPRESS den pensionierten Kriminalbeamten, der am Eigelstein seinen Dienst tat. Und er ist Vertreter einer seltener werdenden Spezies. Insbesondere im rheinischen Karneval unterliege die klassische Büttenrede immer mehr Änderungen, heißt es in Wikipedia: „Statt belehrenden oder aufdeckenden Reden als ironischem Spiegel der Gesellschaft werden vermehrt Aneinanderreihungen von Witzen vorgetragen. Auch die typischen Gestalten, z. B. „ne Schutzmann“ oder der „Redner von der Blauen Partei“ werden seltener.“

Menth ist seit dem Jahr 2005 Träger der Auszeichnung Magister Linguae et humoris coloniensis (Meister der kölschen Sprache und des kölschen Humors). Diesen Ehrentitel verleiht der Karnevalsverein KG Fidele Aujusse Blau-Gold vun 1969 e.V. seit 1982 an Personen, die sich um den Kölner Karneval und die kölsche Sprache verdient gemacht haben. Via.

Bei der jüngsten Herrensitzung hatte der Schutzmann seinen letzten Auftritt. Hintergründe zum Rücktritt Jupp Menths von der Bühne im Kölner Stadt-Anzeiger.